Gelungene Neujahrsmatinee zum Thema RITUALE der Freireligiösen Gemeinde Mannheim – Humanistische Gemeinschaft
Mit Musik, Redebeiträgen und persönlichem Austausch widmete sich die Matinee am 25. Januar 2026 im Mannheimer FORUM FRANKLIN dem Thema Rituale. Die Gäste erlebten einen stimmungsvollen Vormittag der Begegnung, des Nachdenkens und der Verbundenheit über Organisationsgrenzen hinweg.
Neben Kommunalpolitiker*innen nahmen auch Vertreter*innen freireligiöser und
humanistischer Organisationen teil, darunter Mitglieder befreundeter Gemeinden, der Landesgemeinde sowie des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD).
Gisela Wittemann, Vorsitzende der Mannheimer Gemeinschaft, führte durch die Matinee, die in diesem Jahr das Thema „Rituale“ in den Mittelpunkt stellte. In ihrer Begrüßung hob sie die neue korporative Mitgliedschaft der Gemeinde in der Humanistischen Vereinigung (HV) als Zeichen einer engeren Zusammenarbeit hervor. Die HV hat ihren Sitz in Nürnberg Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Familie Orkin an Klavier und Geige.
Drei Perspektiven auf Rituale
Die abwechslungsreichen Redebeiträge zeigten, wie vielfältig Rituale wirken können. Referent Mathias Freymuth lenkte den Blick auf die kulturelle Vielfalt von Ritualen. Er zeigte auf, wie unterschiedliche Gesellschaften Rituale nutzen, um Gemeinschaft zu stiften, Übergänge zu markieren und Sinn zu vermitteln – und ging der Frage nach, was ein Ritual überhaupt ausmacht.
Max Wäldele, Sprecher der Landesgemeinde Baden, entwarf in seinem von Michael Caroli vorgetragenen Beitrag ein Bild der Sonnenwendfeier als Moment kosmischer Verbundenheit. Er betonte, wie Rituale wie die Sonnenwende es ermöglichen, sich selbst als Teil eines „Großen Ganzen“ zu erleben, und wie sie als „Inseln der Verlässlichkeit“ in einer unruhigen Zeit wirken
können.
Anschließend richtete Anika Herbst als Vertreterin der Humanistischen Vereinigung den Fokus auf moderne, humanistische Trauungen. Ihr zentraler Gedanke: Paare knüpfen heute bewusst an Traditionen an, füllen diese jedoch mit individuellen Inhalten und Bedürfnissen – ganz im Sinne der humanistischen Weltanschauung. Besonders betonte sie die heilende Kraft solcher Rituale,
die Raum für persönliche Geschichten, Versöhnung und bewusste Entscheidungen bieten. So werden Trauungen zu Momenten, in denen Paare nicht nur ihre Liebe, sondern auch ihre Gemeinschaft, ihre Werte und ihre Verantwortung feiern.
Gemeinschaft leben und Austausch im Anschluss
Im Anschluss an die Redebeiträge bot ein Umtrunk mit Snacks Gelegenheit für Gespräche und Austausch über Organisationsgrenzen hinweg. Es wurde über unterschiedliche Sichtweisen auf Rituale und deren Ausgestaltung diskutiert und auch ganz persönliche Erfahrungen geteilt. Dabei wurde deutlich, was zuvor in den Reden thematisiert worden war: Rituale – wie auch die Neujahrsmatinee selbst – schaffen Verbundenheit, ermöglichen Begegnungen und stärken das Gefühl, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein.

